Rheder Judoka erfolgreich bei 24. offenen Judo-Stadtmeisterschaften in Bocholt

DJK Rhede stellt vier Meister und diverse Vize

"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen", heißt ein Sprichwort. Ein anderes lautet aber: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?".

Und irgendwie passten doch beide Sprichwörter auf die rund zwanzig Rheder Judoka aus dem Kader der DJK Rhede, welche sich am vergangenen Wochenende an zwei Tagen auf den Weg nach Bocholt machten, um sich bei den renommierten Bocholter Stadtmeisterschaften im Judo zu beweisen, die vom JC Kolping Bocholt bereits zum 24. Mal in toller Atmosphäre ausgerichtet wurden.

Und dass die Rheder Kämpferinnen und Kämpfer bei der Vergabe der Titel ein Wörtchen mitreden wollten, zeigte schon die große Meldezahl der DJK. Die Jungen und Mädchen der unter Zwölfjährigen machten am Samstagnachmittag die Matten warm und unsere Starter waren top motiviert.

In der Klasse bis 50 kg zeigte sich Ole Wellkamp - wie schon bei den letzten Turnieren - in bestechender Form und ging betont offensiv zu Werke. Im ersten Kampf kam er gleich mit einem schönen Ogoshi zum Wurf und erhielt Wazaari, konnte danach den Gegner in den Haltegriff zwingen und ließ nicht mehr los. Erster Ippon für ihn und es sollte nicht der letzte sein. Beide weiteren Kämpfe konnte Ole ebenfalls vorzeitig für sich entscheiden. Kampf zwei wieder mit Ogoshi, der dieses Mal für den Gegner formvollendet auf dem Rücken endete und Kampf drei mit einem schönen Ippon Seoi Nage, der ebenfalls dem Namen nach mit der höchsten Wertung, dem Ippon belohnt wurde. Somit runde Sache für Ole, der sich verdient auf Platz eins befand und somit Meister wurde.

In der Klasse bis 35 kg bekam es Fynn Doeven mit Collin Wolf vom SC Budokan Bocholt gleich mit einer harten Nuss zu tun. Scheinbar beeindruckt ob der forschen Angriffsweise Collins, wurde Fynn von diesem relativ schnell ausgehoben und nach erfolgreichem Wurf in einen nicht zu lösenden Haltegriff befördert. Somit ging diese Partie leider an den später erstplatzierten Wolf. Nun aber einmal wach, ging Fynn in die Offensive, besann sich auf seine Stärken und konnte seine schon oft erfolgreichen Kombinationen aus kraftvollem Wurf mit Osoto Otoshi oder Ogoshi und anschließendem Haltegriff erfolgreich durchsetzen, sodass die beiden Folgekämpfe verdient an den Rotschopf aus Rhede gingen. Ergo Platz zwei für ihn.

Auch Jan Wiesmann war mit von der Partie und ging in zwei Kämpfen in der Klasse bis 33 kg je einmal als Sieger und einmal als Verlierer von den Matten. Trainer Rene Icking merkte an: "Man sieht ganz eindeutig eine sehr positive Entwicklung bei Jan und wenn er mit noch größerer Konzentration in die Kämpfe geht, werden sich seine Mühen in Zukunft vermehrt auszahlen".

Nun zu Mika Sklorz, der mit gewohnt ruhiger, abwartender Art zu Werke ging, um dann blitzschnell einen seiner ganz speziellen Fußstopper zum Einsatz zu bringen. So wie in Kampf eins, wo ihm dieser einen Wazaari einbrachte und er durch Haltegriff über die geforderte Zeit den Sack zumachen konnte. Nun waren die Gegner gewarnt, sollte man meinen. Irrtum! Gleiche Stelle, gleiche Welle und wieder ein Fußfeger, welcher aus einem Lehrvideo stammen könnte, so fein war dieser von Mika angesetzt worden. Die Aktion hätte eigentlich einen Technikerpreis verdient gehabt, aber man kann halt nicht alles haben. Schnelles Kampfende und Sieg per Ippon also. Was will man mehr? Klar, den Meistertitel! Und den holte sich Mika souverän in Kampf drei, wo er nichts mehr anbrennen ließ und seinen Gegner mit einem saftigen Hüftwurf auf die Matte krachen ließ, was der Referee mit Ippon und der Gegner mit Kopfschmerzen quittierte. Klasse Leistung in allen drei Kämpfen.

Bis 41 kg (männlich) war dann noch Jasper Frenaij mit an Bord, welcher von drei Kämpfen einen gewinnen konnte und ebenfalls sehr gute Ansätze und eine tolle Entwicklung aufzeigte, sich aber der sehr starken Konkurrenz in den weiteren Kämpfen geschlagen geben musste.

Bei den jungen Damen kam Mareen Fering bei ihren Kämpfen leider nicht so richtig in Fahrt und musste sich dreimal geschlagen geben. Kopf hoch, Mareen. Es kommen wieder bessere Tage. Auch Luisa Stachorski kam dreimal zum Einsatz und konnte ihren Plan, mindestens einen Kampf zu gewinnen, in die Tat umsetzen und nach zwei verlorenen Partien den dritten Kampf sogar per Ippon vorzeitig beenden. Last but not least konnte sich Eileen Daniels in ihrer Klasse bis 42 kg in Kampf eins mit Wazaari und anschließendem Haltegriff durchsetzen. Die beiden anschließenden Fights musste sie allerdings leider abgeben. Trotzdem sehr engagierte Leistungen von allen drei Damen.

Da die DJK in der Altersklasse U18 keine Starter hatte, war für Samstag dann Feierabend und am Sonntagmorgen hieß es dann früh aufstehen und weiter im Text. Die U9 und die U15, sowie die Herren und Damen über 20 Jahre wollten sich einen schönen Sonntag machen. Die kleinsten Athleten begannen den Tag mit Justin Duvendag in der Klasse bis 31 kg, welcher bei seinem zweiten Turnier noch etwas schüchtern zu Werke ging, sich aber von Kampf zu Kampf deutlich steigerte und die dritte Partie über die Zeit sogar gewinnen konnte. Das gibt Selbstvertrauen für zukünftige Turniere und Meisterschaften und man ist ja noch in der jüngsten Altersklasse vertreten. Also: immer fleißig weiter trainieren.

Elias Bennemann kam in Kampf eins ob der frühen Stunde zunächst noch nicht so richtig in das Turnier und wurde vom Gegner per Osoto Otoshi überrascht und verlor Ippon. In Kampf zwei war er wacher und konnte seine guten Trainingsleistungen auch unter Beweis stellen. Leider bekam dies sein Vereinskamerad Erik Miro Sobolewski zu spüren, welcher bedauerlicherweise in der gleichen Gewichtsklasse antrat. Elias konnte sich hier mit einem Ogoshi durchsetzen und auch Kampf drei ging an ihn, sodass er sich über seinen zweiten Platz und eine Silbermedaille freuen konnte. Erik Miro musste sich leider auch seinen beiden anderen Gegnern geschlagen geben. Dabei sein ist leider nicht immer alles, aber auch für ihn kommen wieder bessere Tage, im Judo ist schließlich stets alles möglich.

Elias Krome konnte sich mangels Gegner nur über zwei Freundschaftskämpfe freuen, der Stadtmeistertitel war ihm sowieso sicher. Doch auch Freundschaftskämpfe wollen mit viel Elan geführt und auch gewonnen werden. Und das tat Elias, beide Durchgänge gingen verdient an ihn.

Das einzige Mädel bei den unter Neunjährigen war auf Seiten der Rheder Judoka Sophia Frenaij, die je einen Kampf verlor und einen gewann und sich durch einen schönen Wurf in Kampf zwei den Vizemeistertitel sicherte.

Die Trainer Johannes Üffink und Sebastian Dress waren mit den gezeigten Leistungen sehr zufrieden und freuten sich nun auf die Damen und Herren der unter 15-jährigen. Elias Bennemanns großer Bruder Jonas durfte hier in der Klasse bis 38,5 kg ran und konnte den ersten Gegner direkt per Haltegriff über die Zeit schlagen. In Kampf zwei geriet der Neu-U15er allerdings an einen sehr erfahrenen Gegner, welcher Jonas in den Bodenkampf zwingen konnte und dann einen Armhebel in Form eines Juji Gatame anbringen konnte, den Jonas abklatschen musste. Schade Jonas, aber immerhin Vizemeister im ersten Jahr, das ist doch schon was!

Lars Busskamp hatte zwei Kämpfe in der Klasse bis 60 kg zu bestehen und auch wenn man gegenüber früheren Turnieren deutlich mehr Biss bei ihm sah, reichte es leider nicht für einen Sieg. Doch steter Tropfen höhlt den Stein, Lars. Bleib dran und Du wirst irgendwann mit einem Sieg belohnt werden.

Millane Doeven kam in der Klasse bis 54 kg gut ins Turnier und machte mit Wurf und anschließendem Haltegriff zunächst Hoffnung auf mehr. In Kampf zwei allerdings bekam sie es mit einer körperlich besser ausgestatteten und höher graduierteren Gegnerin zu tun, welche nun Millane in den Haltegriff bringen konnte und bis zum Ende der Kampfzeit nicht mehr losließ. Dennoch Platz zwei für Millane und ein gelungener Jahresabschluss für die talentierte Rhederin, welche in diesem Jahr bereits bei den Westdeutschen Meisterschaften gestartet war.

U15 Stadtmeisterin und Technikerpreisträgerin Rebecca Börger
U15 Stadtmeisterin und Technik-
preisträgerin Rebecca Börger

Genau wie Rebecca Börger, welche bei ihrem Heimspiel zunächst eine Gegnerin aus den eigenen DJK-Reihen in der Klasse bis 48 kg vor die Nase gesetzt bekam: Marie Maschke. Diese hatte als relativ frische Judoka der gewandten und erfahrenen Rebecca nichts entgegenzusetzen und kam per Bilderbuch-Ogoshi zu Fall - Ippon für Rebecca. In Kampf zwei musste sich Rebecca etwas mehr anstrengen, konnte aber durch einen Wurf eine kleine Wertung erzielen und die Gegnerin in den Haltegriff zwingen. Somit ging auch dieser Kampf an sie und der erste Platz und der Titel der Stadtmeisterin war ihr sicher. Und durch den feinen Ogoshi in Kampf eins wurde ihr sogar der Technikerpreis der weiblichen U15 zuerkannt. Doppelte Freude also bei Rebecca.

Der zweite Turniertag neigte sich dem Ende entgegen und die älteren Semester machten sich für ihre Kämpfe bereit. Hier wurde wieder ganz großes Judo gezeigt und DJK-Trainer Johannes "Knacky" Üffink wollte in diesem Jahr den Erfolg des letzten Jahres wiederholen und sich erneut die Krone des Stadtmeisters in der Klasse bis 100 kg aufsetzen. Mission geglückt! Kampf eins wurde durch Johannes mit zwei Wazaari gewonnen, in dem er zweimal seine Spezialtechnik, einen tiefen Seoi Nage, auspackte und somit den Gegner bezwang. Auch Gegner Nummer zwei hatte das Nachsehen und musste sich einem Konter Üffinks geschlagen geben.