„Auch wir lassen uns das jetzt nicht mehr nehmen“
Die DJK Rhede hat im A-Kreisliga-Meisterschaftsrennen alle Trümpfe in der Hand. Die Bezirksliga-Rückkehr nach 36 Jahren ist nur noch Formsache.
Die Teams biegen auf die Zielgerade ein, der Titelkampf spitzt sich zu. Es sind nur noch zwei Teams in der Verlosung: Die DJK Rhede und der VfB Rheingold Emmerich. Das ist die Situation der beiden Fußball-A-Kreisligisten vier Spieltage vor dem Saisonende, die liebend gerne in die Bezirksliga aufsteigen wollen.
Vieles, fast alles spricht für die Rheder. Zum einen haben sie einen komfortablen Vier-Punkte-Vorsprung. Die DJK hat das vom Papier her leichtere Restprogramm, da es gegen die Kellerkinder GW Vardingholt und RSV Praest geht, außerdem noch gegen VfR Mehrhoog (5.) und TV Voerde (12.). Der VfB muss noch gegen den Tabellendritten GSV Suderwick und den Viertplatzierten TuS Mehr ran, außerdem noch gegen PSV Wesel II (13.) und SV Brünen (15.) spielen. Und hier spricht auch noch für die Rheder, dass sie noch drei Heimspiele haben. „Da sind wir eine Macht“, sagt DJK-Trainer Björn Kräbber, „auch wenn der nächste Gegner VfR Mehrhoog gut drauf ist und seit zehn Spielen nicht mehr verloren hat“.
Das fulminante Hinspiel beim VfB ging mit 6:2 Toren an die Rheder, die auch das Heimspiel gegen die Emmericher mit 3:1 Toren für sich entschieden hatten. Also: Der direkte Vergleich geht auch an die Kräbber-Elf. Die DJK’ler haber auch noch das um 20 Treffer bessere Torverhältnis als Rheingold.
Und die einzige Saisonniederlage der DJK liegt schon ein halbes Jahr zurück, das 1:2 am 2. November beim GSV Suderwick. Seitdem ist die Elf von Coach Björn Kräbber ungeschlagen. Immerhin hatten die Emmericher nach dem 1:3 Ende Februar bei der DJK dann auch kein Meisterschaftsspiel mehr verloren.
Hatten die Schalker nach dem vorletzten Spieltag gesagt: „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen.“ So sagt nun Björn Kräbber: „Auch wir werden das uns nicht mehr nehmen lassen.“
Der DJK-Trainer verdeutlicht sogar: „Wir wollen auch noch die letzten vier Spiele gewinnen und wollen als Meister raufgehen. Dann haben wir eine sehr, sehr gute Saison gespielt. Wir müssten ja schon zweimal verlieren und Emmerich alles gewinnen. Rheingold spielt auch eine sehr gute Saison. Da haben wir Respekt vor. Aber es ist schon krass, dass wir nach nur einer Niederlage noch nicht hochgegangen sind“, so Kräbber. „Wir haben jetzt 17 Spiele nicht mehr verloren. Da sollen die letzten vier jetzt auch noch folgen. Dieses Selbstvertrauen haben wir uns aufgebaut.“ Kräbber findet unterm Strich eine sehr besondere Beschreibung für die aktuelle Situation: „Die Mannschaft funktioniert aktuell wie ein guter Döner: Alles drin, nix fällt auseinander.“ Die Bezirksliga-Rückkehr der DJK Rhede nach 36 (!) Jahren ist greifbar nahe.
Rein rechnerisch ist für den GSV Viktoria Suderwick noch die Vizemeisterschaft drin, aber nicht mehr realistisch. Bei acht Punkten Rückstand auf die Rheingolder und nur noch vier Partien ist das Thema wohl durch. Die Emmericher werden sich das wohl auch nicht mehr nehmen lassen, wobei es noch zum direkten Duell kommt: Am 31. Mai empfängt der VfB den GSV. Suderwicks Chancen auf den Titel sind sowieso nur noch rechnerischer Natur: Zwölf Punkte Rückstand auf die DJK, bei einem um 28 Treffer schlechteren Torverhältnis . . .
Der 31. Spieltag in der A-Liga verspricht auch deshalb Spannung, weil es am 14. Spieltag, also in den Hinspielen, zum Teil verrückte und torreiche Spiele gab, für die sich das eine oder andere Team sicherlich liebend gerne revanchieren würde. Da ist zum einen das heftige 1:8 des SV Krechting gegen den GSV Suderwick. Der Bezirksliga-Anwärter VfB Rheingold Emmerich setzte sich in einem Zehn-Tore-Spektakel im Paradiesstadion von TuS Mehr 6:4 durch. Der SC Grün-Weiß Vardingholt musste sich wiederum beim RSV Praest 2:5 beugen. Und der SV Biemenhorst II bekam daheim gegen den SV Vrasselt eine „0:5-Reise“.
Und das Schlusslicht FC Olympia Bocholt landete durch das 1:0 am Hünting gegen den TV Voerde einen von vier Saisonsiegen. Das ist mittlerweile auch nur noch eine Randnotiz, weil der Absturz in die Kreisliga B bereits beschlossene Sache ist. Mit 14 Punkten steht die Hünting-Elf ebenso wie der SC Grün-Weiß Vardingholt als Absteiger fest. Auch die GWV-Elf von Trainer Kim Weidig hat in dieser Spielzeit bisher nur viermal gewonnen. Und der RSV Praest könnte am Wochenende als dritter Absteiger hinzukommen. Bei neun Punkten Rückstand auf den SV Brünen und somit zum rettenden Ufer ist wohl nichts mehr zu retten, zumal auch noch ein um 17 Treffer schlechteres Torverhältnis aufgeholt werden müsste. Das ist wohl eine „Mission Impossible“, auch wenn noch zwölf Punkte zu vergeben sind.
INFO
Der 31. von 34 Spieltagen in der Fußball-Kreisliga A (in Klammern das Hinspielergebnis):
SV Bislich gegen SC TuB Mussum (0:1),
SV Brünen gegen TuB Bocholt (1:1, beide Freitag, 8. Mai, 19.30 Uhr),
DJK Rhede gegen VfR Mehrhoog (4:1, Freitag, 8. Mai, 20 Uhr),
SC Grün-Weiß Vardingholt gegen RSV Praest (2:5),
SV Krechting gegen GSV Viktoria Suderwick (1:8),
VfB Rheingold Emmerich gegen TuS Haffen-Mehr (6:4, alle Sonntag, 10. Mai, 15 Uhr),
TV Voerde gegen FC Olympia Bocholt (0:1),
SV Spellen gegen PSV Wesel II (1:3, beide Sonntag, 10. Mai, 15.15 Uhr),
SV Vrasselt gegen SV Biemenhorst II (5:0, Sonntag, 10. Mai, 15.30 Uhr).
INFO
Das Restprogramm der DJK und des VfB
Das Restprogramm der beiden Bezirksliga-Anwärter:
DJK Rhede
VfR Mehrhoog (H, 8.5., 5. Platz)
RSV Praest (A, 17.5., 16.)
GW Vardingholt (H, 29.5., 17.)
TV Voerde (H, 7.6., 12.)
VfB Rheingold Emmerich
TuS Mehr (H, 10.5., 4.)
PSV Wesel II (A, 15.5., 13.)
GSV Suderwick (H, 31.5., 3.)
SV Brünen (A, 7.6., 15.)
(BBV-Bericht: 08.05.2026, Bericht: Matthias Grütter; Fotos: Monika Gajdzik)




